Raumkonzept der Grundschule Ratekau

Ergänzungen zum Förderkonzept: Classroom-Management
Hier: Raumkonzept der Grundschule Ratekau

1. Leitgedanken für die Arbeit an der Grundschule Ratekau

Den Mitarbeitern an der Grundschule Ratekau ist es daran gelegen, eine
„gute Schule“ anzubieten, in der sich alle auch wohlfühlen dürfen. Wir sehen dies dadurch gewährleistet, dass wir verlässlich in Zeit, Inhalt und Pädagogik sind. Hauptsächlich sehen wir uns dem Bildungsauftrag verpflichtet (s. Schulgesetz § 4 und SPG), der in erster Linie von der Unterrichtsqualität in Verbindung mit der räumlichen und materiellen Ausstattung abhängig ist. Hier ist es unsere Motivation, das Optimale unter den gegebenen Rahmenbedingungen – bei gleichzeitiger Gesunderhaltung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – zu erreichen. Um dies zu gewährleisten, arbeiten wir nach den Ideen eines schulinternen Bildungskreises, der eine ideale Abstimmung der Angebote in der GS Ratekau sichert (siehe Schulprogramm = SPG).

2. Was ist ein pädagogisches Raumkonzept?

Die Lehrkraft und die Schulkinder, die gemeinsam Regeln für das Zusammenleben im Klassenraum aufstellen (= „Klassenregeln“), sind auch größtenteils verantwortlich für die Gestaltung des Lernortes. Klassenräume haben großen Einfluss auf das Lernverhalten der Kinder, das Schulklima, die Unterrichtsqualität und letztlich auf das Schulprofil. Wir haben uns daher nach mehreren Schulentwicklungstagen und halbtägigen Fortbildungen auf eine verbindliche Raumstruktur einigen können. Räumliche Rituale und die Umsetzung eines Materialstrangs werden ebenfalls berücksichtigt.
Unser pädagogisches Raumkonzept kommt unserem Schulprofil „Bewegung und Gesundheit“ sehr entgegen und sorgt dafür, dass sich die Klassenräume zu einem Wohlfühlort für nachhaltiges und individuelles Lernen entwickeln werden.

3. Situation an der Grundschule Ratekau

Die Grundschule Ratekau hat seit dem Schuljahr 2011/12 einige vorbereitende Maßnahmen zum Übergang von der Regionalschule zur reinen, zweizügigen Grundschule geplant und umgesetzt. Hierzu gehörte auch die Evaluation einiger Konzeptionen wie zum Beispiel das Förderkonzept und die Schulsozialarbeit.
Zurzeit werden 212 Schulkinder in neun Grundschulklassen von 11 Lehrkräften, zwei Förderschullehrkräften, einer Schulbegleiterin, einer Schulassistenz und einem Schulsozialarbeiter betreut. In der Offenen Ganztagsschule befinden sich ca. 130 Kinder in der Nachmittagsbetreuung.
Inklusion wurde mit der Beschulung einer blinden Schülerin schon seit 2012 thematisiert und in Kooperation mit dem Förderzentrum Sehen aus Schleswig erfolgreich umgesetzt.
Seit dem Schuljahr 2014/15 beschäftigen sich das Grundschulkollegium und die OGS mit der Raumstrukturplanung. Kinder, die mit Lern- und/oder körperlichen Behinderungen oder mit Migrationshintergrund zu uns kommen, aber auch verhaltensauffällige und Kinder mit unterschiedlichen Begabungen lernen zusammen und werden von uns gefördert (s. Förderkonzept). Darüber hinaus hat sich das gesamte Kollegium dafür ausgesprochen, der großen Heterogenität in den Lerngruppen mit internen Fortbildungsangeboten und gezielten Fachvorträgen von externen Beratungsstellen zu begegnen und sich gleichzeitig damit gegenseitig zu stärken und ihre Fachkenntnisse zu vertiefen.

4. Was wollen wir erreichen?

Das Gestalten lernfreundlicher Räume für alle Kinder vor dem Hintergrund einer inklusiven Schule wird immer wichtiger. Ein pädagogisches Raumkonzept unterstützt überwiegend die unterschiedlichen Lernbedürfnisse aller Kinder und schafft meist eine ruhige, positive Lernatmosphäre sowie durch seine klaren Strukturen Handlungssicherheit und Raum für Handlungsroutinen. Außerdem berücksichtigt das geplante Raumkonzept auch den erweiterten Erziehungsauftrag, der an uns u.a. auch als Offene Ganztagsschule gestellt wird: Kooperation, Austausch, Konzentration und Erholung werden ebenso gewährleistet wie nachhaltiges Umweltbewusstsein (weniger Plastik und mehr Holzmaterialien).
Um die zukünftigen neuen Räume optimal nutzen zu können, wurden die Lehrkräfte von Schulentwicklungsberaterinnen begleitet und fortgebildet.

5. Wie wollen wir unsere Ziele schrittweise erreichen?

Unser Raumkonzept (hier: Raumverteilungsplan) musste seit 2012 jährlich modifiziert werden. Wir wünschen uns nun im kommenden Schuljahr 2016/17 einen stabilen bzw. festen Raumverteilungsplan, d.h. jede Klasse darf vier Jahre in ihrem Klassenraum bleiben. Lediglich das Gestühl wird nach zwei Jahren gewechselt.
Im Neubau befinden sich nun – neben einem Werkraum – sechs Klassenräume, sodass hier keine Differenzierungsräume bzw. gemeinsame Gruppenräume in unmittelbarer Nähe zu nutzen sind.
Im Altbau, OG, befinden sich drei Klassenräume, ein multifunktionaler Gruppenraum, zwei kleine Förderräume/Materialräume und einen OGS-Gruppenraum.
Im Obergeschoss können die Kinder in kleine Lerngruppen aufgeteilt werden und differenzierte Lernangebote im Gruppenraum wahrnehmen.
Im Dachgeschoss gibt es noch einen PC-Raum mit 12 Arbeitsplätzen. Einen Raum für die Musikschule und 1 Raum als Besprechungs- oder Erholungsraum. Die Nutzung dieses Raumes wird im kommenden Schuljahr 2016/17 geklärt.
Im Erdgeschoss befinden sich ein Musik- und Essraum.
Die Kinder, die im Neubau unterrichtet werden, können entweder im langen Flur vor dem Bürotrakt an den Stehtischen arbeiten oder müssen den langen Weg zu den Gruppenräumen im Obergeschoss, Altbau, bewältigen.

a.) Aufgrund der steigenden Schülerzahlen fehlen nun zwei Gruppenräume für die jeweiligen Klassenstufen im Neubau. Daher müssen die langen Flure, Treppenhausflure und die Nischenräume mitgenutzt werden. Es können somit Einzel- und kleine Gruppenarbeitsplätze geschaffen werden. Flexibles Mobiliar muss daher eingeplant werden.
b.) Die Grundausstattung der einzelnen Klassenräume ist einheitlich festgelegt. Die Ordnungssysteme aus Holz sollen im Laufe der Zeit in allen Klassenräumen vorhanden sein, damit die Lernangebote klar strukturiert werden können und ausreichend Platz für die Präsentation von Schülerarbeiten vorhanden ist. Die Whiteboards an den Flurwänden bieten ebenfalls Präsentationsflächen für die Schülerarbeiten.
c.) Der Unterricht ist abwechslungsreich rhythmisiert: Arbeiten im Klassenverband, Einzelarbeit, Partner- und Gruppenarbeit, Reflexion in der Sitzecke, feste Frühstückszeiten, Lernen außerhalb des Klassenraumes usw. Ein Fernziel für die Rhythmisierung des Schulvormittages könnte eine andere Zeiteinteilung des Stundenplans darstellen. Die Pausenzeiten wurden verändert. Doppelstunden für bestimmte Fächer würden beispielsweise für ein ruhigeres Zeitmanagement sorgen.
d.) Hinzu kommt noch die Nutzung einiger Klassenräume durch den Offenen Ganztag. Am frühen Nachmittag findet dort die Hausaufgabenbetreuung statt und zeitweise kleinere Projekte, die von angehenden Erzieher/-innen (Praktikanten) angeleitet werden. Ab Schuljahr 2016/17 erhält die OGS im Altbau – EG - einen weiteren großen Gruppenraum, da die alte Bücherei aufgelöst wird.
Durch dynamische Schulmöbel könnten kleinere Klassenräume schnell und problemlos kurzfristig den jeweiligen Lernbedingungen angepasst werden.
e.) Die naturnahe Schulhofumgestaltung wird seit 2013 als ein weiterer Arbeitsschwerpunkt schrittweise – den Bedürfnissen der Schulkinder angepasst – umgesetzt.
f.) In Zukunft sollen auch Gesprächs- und Arbeitsplätze für die Vor- und Nachbereitung der Schulinhalte im neuen Lehrerzimmer zur Verfügung gestellt werden. Zurzeit befinden sich ein Arbeitsplatz im LeZi und ein weiterer im Bürobereich. Rückzugsmöglichkeiten gibt es für die Lehrkräfte nur im Sommer im alten Schulbiotop.

6. Maßnahmen für die Umgestaltung eines Klassenzimmers

Bei der Wandgestaltung und dem Aufstellen von Möbeln wollen wir beachten:

a. Aufbewahrung von Material durch Sortierungs- und Strukturierungselemente (Lernkisten, Schränke, Einstecktafeln und passende „Häuser“ für Karteien)

b. Möbel Klassenraum: 1 Schulschrank, 2 Klassenregale, 1 Whiteboard, 1 Korkwand, 2 Bodentische, Aufbewahrungsregale mit Wannensystem, 1 kleine und 1 große Stellwand, 3 Einstecktafeln, 3 – 4 Karteihäuser, 3 – 4 Sitzteppiche, Wandhalterung für Kunstbilder, Trocknungsgestell für die Tuschbilder, 4 – 6 Sitzbänke für die Erzählecke, PC-Arbeitsplatz und zwei „Hockis“ (für mobiles, rückenfreundliches Sitzen).


c. Möbel Flur: Stehtische, Bodentische, Garderobensäcke oder Schuhregalsysteme,
mobile Bänke… Wünschenswert: Paravents als universell einsetzbare Raumteiler, die es ermöglichen, den Flur in das Unterrichtsgeschehen durch Bildung von Schülerarbeitsbereichen flexibel zu integrieren.

7. Zeitplanung

Seit 2013 beschäftigt sich das Grundschulteam intensiv mit dem Projekt „Classroom-Management“ und der Schulhofumgestaltung. Die einzelnen Umsetzungsschritte verlaufen zeitlich nicht parallel und sind abhängig von unseren zeitlichen, personellen und vor allem finanziellen Ressourcen.
Daher gehen wir davon aus, dass beide Arbeitsschwerpunkte in den nächsten drei Jahren erfolgreich weiter entwickelt bzw. umgesetzt werden.
Alle Umsetzungsphasen dienen dazu, unsere Schule zu einem Wohlfühlort zu gestalten und die Kinder in der Gemeinschaft individuell zu fördern und zu fordern.